Internationale Zulassungen für Medizinprodukte

Rechtskonformer Marktzugang weltweit

Eine CE-Kennzeichnung endet an der EU-Grenze. Jeder weitere Markt verlangt einen eigenen Nachweis nach eigenem Recht. Wer ein Medizinprodukt außerhalb Europas verkaufen will, braucht pro Zielmarkt ein eigenes Verfahren, eine eigene Prüfinstanz und in den meisten Ländern einen lokalen Vertreter.

WQS koordiniert die Zulassung und Registrierung Ihrer Medizinprodukte in Europa, den USA, Indien und weiteren Märkten über ein globales Partnernetzwerk. Der inhaltliche Kern der Nachweise überschneidet sich stark. Eine einmal harmonisierte Technische Dokumentation reduziert den Aufwand pro Zusatzmarkt erheblich.

Wie verkaufe ich meine Medizinprodukte international?

Die Internationale Zulassung bezeichnet die Registrierung und Konformitätsbewertung eines Medizinprodukts in mehreren nationalen Regulierungssystemen. Jeder Markt verlangt einen eigenen Nachweis: die EU über die MDR (EU) 2017/745 mit CE-Kennzeichnung und Benannter Stelle, die USA über die FDA mit 510(k), De Novo oder PMA, Indien über die CDSCO nach den Medical Device Rules 2017.

Die inhaltlichen Anforderungen überschneiden sich zu großen Teilen. Sicherheits- und Leistungsnachweis, Risikomanagement nach EN ISO 14971, klinische Bewertung und ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 13485 werden nahezu überall verlangt. Unterschiedlich sind Format, Prüfinstanz, Fristen und die Pflicht zu einem lokalen Vertreter. Eine harmonisierte Technische Dokumentation, etwa im STED-Format der GHTF, reduziert den Aufwand pro Zusatzmarkt erheblich.

Womit sollte ich anfangen, wenn ich mehrere Länder erschließen will?

In der Regel empfiehlt es sich, zunächst den Markt zu wählen, dessen Anforderungen am umfassendsten sind und dessen Nachweise sich weiterverwenden lassen. Hierfür bieten sich insbesondere die Märkte EU und USA an. Aus dieser Kerndokumentation lassen sich Zusatzmärkte mit geringerem Aufwand bedienen.

Unsere Zielmärkte

Wir haben MedTech-Unternehmen bereits erfolgreich bei der Zulassung in folgenden Regionen unterstützt:

Internationale Zulassung bezeichnet die Registrierung und Konformitätsbewertung eines Medizinprodukts in mehreren nationalen Regulierungssystemen. Jeder Markt verlangt einen eigenen Nachweis: die EU über die MDR (EU) 2017/745 mit CE-Kennzeichnung und Benannter Stelle, die USA über die FDA mit 510(k), De Novo oder PMA, Indien über die CDSCO nach den Medical Device Rules 2017. WQS koordiniert neben der Zulassung und Registrierung Ihrer Medizinprodukte in Europa und Amerika auch weitere Märkte. Wir bieten Unterstützung beim Eintritt in Medizinproduktemärkte und begleiten Sie durch den Sie internationalen Zulassungsprozess. 

EUROPÄISCHE UINION

MDR (EU) 2017/745: CE-Zertifizierung

Der EU-Marktzugang läuft über die Konformitätsbewertung nach MDR. Ab Klasse Is/Im/IIa prüft eine Benannte Stelle. Die Technische Dokumentation muss GSPR-Nachweise, klinische Bewertung, PMS-System und UDI-Zuordnung belegen. Hersteller ohne EU-Sitz brauchen zusätzlich einen Europäischen Bevollmächtigten und eine PRRC.

Wir übernehmen die Dokumentationsprüfung vor Einreichung. Zusätzlich führen wir in unserem Labor diverse Prüfungen durch.

USA & KANADA

FDA: 510(k), De Novo, PMA

In den USA wird die Produktklasse für den Produktweg festgelegt: Klasse II über 510(k), Klasse III über PMA und De Novo. Es gibt auch weitere Regelungen für Hersteller ohne US-Sitz. Seit dem QMSR ist ISO 13485:2016 die Basis des Qualitätssystems; 21 CFR Part 820 wurde angepasst. Kanada verlangt eine Medical Device Licence nach den Medical Devices Regulations, Grundlage ist ein MDSAP-Zertifikat.

Mit unseren Standorten in Florida und Kalifornien führen wir das Verfahren vor Ort durch. In Pennsylvania steht zudem unser Reinraum zur Verfügung.

INDIEN

CDSCO: Medical Device Rules 2017

Indien reguliert Medizinprodukte über die CDSCO nach den Medical Device Rules 2017. Produkte werden in die Klassen A bis D eingestuft. Für den Import ist, unabhängig von der Risikoklasse, die Central Licensing Authority zuständig. Der Antrag erfolgt auf Formular MD-14 durch einen im Land ansässigen Authorized Indian Agent. Die erteilte Import-Lizenz wird auf MD-15 ausgestellt.

WQS beschäftigt Mitarbeitende in Indien und begleitet Dossier, Agentenauswahl und Behördenkommunikation vor Ort.

INTERNATIONALE MÄRKTE

Weitere Zulassungsverfahren

Was brauche ich, um mein Produkt im Ausland zuzulassen?

Jeder Markt außerhalb Europas verlangt ein eigenes Verfahren, eine eigene Prüfinstanz und in den meisten Ländern einen lokalen Vertreter. Sicherheits- und Leistungsnachweis, Risikomanagement nach EN ISO 14971, klinische Bewertung und ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 13485 werden fast überall verlangt. Was sich unterscheidet, sind Format, Fristen und Zuständigkeit.

Readiness Checkliste für internationale Zulassungen von Medizinprodukten

Wie lässt sich Technische Dokumentation international harmonisieren?

Die regulatorischen Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land, doch der Kern der erforderlichen Informationen ist oft sehr ähnlich. Um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, sollte die Technische Dokumentation deshalb in einem international anerkannten Format vorbereitet werden.

Bewährt hat sich das STED File (Summary Technical Documentation for Demonstrating Conformity to the Essential Principles of Safety and Performance of Medical Devices), entwickelt von der Global Harmonization Task Force (GHTF). Es dient als Nachweis für die Konformitätsbewertung und strukturiert die grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen so, dass er in vielen Rechtsräumen anerkannt wird. Aufgebaut wird eine Kerndokumentation mit produktspezifischen Nachweisen: Risikomanagementakte nach EN ISO 14971, Verifizierungs- und Validierungsberichte, klinische Daten, Prozessvalidierungen, QMS-Nachweise nach ISO 13485.

Darum herum liegen die marktspezifischen Module: GSPR-Checkliste und klinische Bewertung für die EU, 510(k)-Summary und Predicate-Vergleich für die FDA, Device Master File und Plant Master File für die CDSCO

Wie läuft eine internationale Zulassung mit WQS ab?

1

Marktanalyse & Klassifizierung

Zielmärkte priorisieren, Produkt je Rechtsraum klassifizieren, Zulassungspfad und realistische Dauer bestimmen.

2

Gap-Analyse der Dokumentation

Abgleich der bestehenden Unterlagen gegen die Anforderungen jedes Zielmarkts. 

3

Harmonisierte Kerndokumentation

Aufbau eines wiederverwendbaren Dossiers im STED-Format, ergänzt um die marktspezifischen Module.

4

Einreichung & lokale Vertretung

Benannte Stelle, FDA oder CDSCO. Bevollmächtigter, US Agent oder Indian Agent.

5

Nachforderungen & Aufrechterhaltung

Antwort auf Deficiency Letters, PMS, PMCF, Rezertifizierung und Lizenzverlängerung nach Zulassung.

Sie wählen den internationalen Weg?

Wir prüfen Ihre Dokumentation gegen die Anforderungen Ihrer Zielmärkte.
Seit 1993, mit eigenen Standorten in Hamm, Florida und Kalifornien, einem Labor in Pennsylvania und eigenen Mitarbeitenden in Indien.

Häufige Fragen zur internationalen Zulassung von Medizinprodukten

Eine internationale Zulassung ist die Registrierung und Konformitätsbewertung eines Medizinprodukts in mehreren nationalen Regulierungssystemen. Jeder Markt verlangt einen eigenen Nachweis nach eigenem Recht: die EU über die MDR (EU) 2017/745, die USA über die FDA, Indien über die CDSCO. Es gibt keine weltweit gültige Zulassung und keine automatische Anerkennung zwischen den Systemen.

Nein. Die CE-Kennzeichnung belegt Konformität mit europäischem Recht. Für den US-Markt ist ein eigenes Verfahren bei der FDA erforderlich: je nach Produktklasse 510(k), De Novo oder PMA. Ergänzend sind Establishment Registration, Device Listing und für Hersteller ohne US-Sitz ein US Agent notwendig. Die Nachweise der Technischen Dokumentation lassen sich zu großen Teilen weiterverwenden, das Verfahren selbst nicht.

Das STED-Format der Global Harmonization Task Force wird in zahlreichen Märkten als Struktur der Technischen Dokumentation akzeptiert, unter anderem in Kanada, Australien, Brasilien und mehreren asiatischen Staaten. Es ersetzt kein nationales Verfahren, verringert aber den Anpassungsaufwand je Zielmarkt erheblich, da der inhaltliche Kern der Nachweise identisch bleibt.

Die Dauer hängt von der Risikoklasse und der Vollständigkeit des Dossiers ab. Klasse A und B laufen über die State Licensing Authority, Klasse C und D über die Central Licensing Authority. Import-Lizenzen in Form MD-15 werden nach Prüfung des Device Master File und Plant Master File erteilt. Rückfragen der Behörde verlängern das Verfahren regelmäßig.

In den meisten Märkten ja. Die EU verlangt einen Europäischen Bevollmächtigten nach MDR Artikel 11, wenn der Hersteller keinen Sitz in der Union hat. Die USA verlangen einen US Agent. Indien verlangt einen Authorized Indian Agent mit gültiger Wholesale-Lizenz. 

ISO 13485 ist die gemeinsame Basis. Die EU verlangt ein QMS nach MDR Artikel 10, die FDA seit der QMSR-Angleichung ein System auf Grundlage von ISO 13485:2016 im Rahmen von 21 CFR Part 820, Indien fordert die Anforderungen nach Schedule 5 der Medical Device Rules. Ein zertifiziertes ISO-13485-System deckt den Kern ab, entbindet aber nicht von den länderspezifischen Ergänzungen.

Die Kosten setzen sich aus Behörden- und Prüfgebühren, Kosten der Benannten Stelle, Aufwand für Dokumentation und gegebenenfalls klinische Daten sowie den Kosten der lokalen Vertretung zusammen. Sie unterscheiden sich stark nach Risikoklasse und Markt. Belastbar wird die Zahl erst nach Klassifizierung und Gap-Analyse. Jetzt Gap-Analyse bei WQS anfragen.

Sinnvoll ist der Markt zuerst, dessen Anforderungen am umfassendsten sind und dessen Nachweise sich weiterverwenden lassen: in der Regel EU oder USA. Aus dieser Kerndokumentation lassen sich Zusatzmärkte mit geringerem Aufwand bedienen. Wer mit einem Nebenmarkt beginnt und die Dokumentation nicht auf Wiederverwendung anlegt, baut später erneut auf.

Mit der Quality Management System Regulation (QMSR) hat die FDA 21 CFR Part 820 an ISO 13485:2016 angeglichen. Das bisherige QSR wird abgelöst. Wer ein zertifiziertes ISO-13485-System führt, hat die Basis, aber nicht automatisch die FDA-spezifischen Ergänzungen wie Establishment Registration und Device Listing.

Alle drei sind lokale Vertreter, aber mit unterschiedlichem Auftrag. Der Europäische Bevollmächtigte (MDR Artikel 11) trägt regulatorische Mitverantwortung und ist Ansprechpartner der Behörden für Hersteller ohne EU-Sitz. Der US Agent ist primär Kommunikationsstelle gegenüber der FDA. Der Authorized Indian Agent hält die Import-Lizenz und braucht eine gültige Wholesale-Lizenz. Ein lokaler Ansprechpartner ist nicht gleich ein lokaler Ansprechpartner.

Die Dauer hängt von Markt, Risikoklasse und Vollständigkeit des Dossiers ab. Ein 510(k) läuft in den USA häufig über mehrere Monate, ein PMA deutlich länger. In Indien wird die Import-Lizenz MD-15 nach Prüfung von Device Master File und Plant Master File erteilt. In der EU bestimmt die Klasse, ob und wie eine Benannte Stelle prüft. Rückfragen der Prüfinstanz verlängern jedes Verfahren.

Weiterführende Links

  • Europäisches Parlament & Rat der EU: Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), Amtsblatt der Europäischen Union, 5. Mai 2017 – eur-lex.europa.eu
  • Europäisches Parlament & Rat der EU: Verordnung (EU) 2017/746 über In-vitro-Diagnostika (IVDR)eur-lex.europa.eu
  • FDA U.S. Food & Drug Administration: Federal Food, Drug, and Cosmetic Act (FD&C Act) – fda.gov
  • Central Drugs Standard Control Organization: Medical Devices Rules, 2017 – cdsco.gov.in